Die Noche de San Juan wird in Spanien traditionell an den Stränden gefeiert
Sommersonnwendfeier, Noche de San Juan, Johannisnacht – es ist ganz egal wie sie
es nenne, im Spanien wird dieses Fest gefeiert. Der Anlass ist klar, es ist
die kürzeste Nacht des Jahres, der Sieg des Lichtes über das Dunkle. Die Ursprünge des Festes und damit
verbunden auch viele Rituale gehen auf das Heidnische zurück. In ganz Europa,
bis in den hohen Norden verbindet man diese Nacht mit Hexen, Feuer, Ritualen,
Spuk, Aberglaube, Hoffnung und vielem mehr.
In der
christlichen Kultur wurde das Sommersonnwendfest dann Johannis dem Täufer
gewidmet, dessen Feiertag der 24.Juni ist.
In Spanien wird
die noche de San Juan zumindest an den Küsten mehr oder weniger gleich gefeiert. Egal ob
man sich in Valencia befindet, auf den Kanarischen Inseln, auf den Ballearen, an
der Atlantikküste oder an der Costa del Sol. An den Stränden werden überall so
genannte Freudenfeuer angezündet, diese sollen Glück bringen und demonstrieren
den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Je nach Besiedlung des Landstriches
führt dies zu mehr oder weniger grossen Menschenaufläufen. Während z.B. in Valencia, sämtliche Zufahrten zum Strand schon ab Mittag gesperrt werden (im
Jahr 2007 kamen über 200.000 Menschen !!! damit sahen sich selbst die Oranisatoren
leicht überfordert), findet man in weniger stark besiedelten
Regionen viele kleine Grüppchen, die sich um kleine Lagerfeuer sammeln. Der
Nachwuchs wird in erster Linie die grossen Strände aufsuche, denn dort werden
schon ab dem frühen Abend (21 Uhr)auf extra aufgebauten Bühnen Konzerte und Shows
veranstaltet. Open Air Diskos, Laser Shows, Getränke und jede Menge Unterhaltung
sind hier angesagt. Grosse kontrollierte Feuer werden entzündet, die mit
entsprechenden Absperrungen versehen sind. Trotzdem hat das Rote Kreuz, die
Polizei Grosseinsatz und natürlich die Stadtreinigung Grosseinsatz. Jedes Jahr
gibt es Rauchvergiftungen, Verbrennungen, aber
auch Kreislaufzusammenbrüche und ähnliches. Jedes Jahr landen Menschen in den
Krankenhäusern, obwohl es sich hier um ein durch und durch friedliches Fest
handelt.
An kleineren
Stränden geht es da weitaus beschaulicher zu. Unzählige kleine Lagerfeuer
brennen mitten in der Nacht, soweit das Auge reicht. Traditionell springt man
über diese Feuer, man erzählt, singt und tanzt. Es ist einfach ein toller Anblick.
Diese Feuer
sollen das Böse vertreiben, allerdings ist das an den langen Sandstränden gar nicht immer
so einfach überhaupt ein Feuer zu entzünden, denn das Holz muss man sich mitbringen.
Brennbares Material findet man an diesem Tag an den Stränden ganz bestimmt nicht.
Auch werden kleine Zettel
mit Wünschen geschrieben, die dann in den Feuern verbrannt werden. Andere gehen
mit den Füssen um Mitternacht ins Wasser und überspringen Wellen und nehmen ein mitternächtliches Bad. Die
Temperaturen erlauben das durchaus.
Selbst wenn man
nicht an diese Tradition glaubt, wer seinen Urlaub zu dieser Zeit in einer der
spanischen Küstenregionen verbringt, sollte sich in jedem Fall abends zum Strand
bewegen und diesen wunderbaren Eindruck auf sich wirken lassen.
Übrigens werden natürlich nicht nur in den Küstengebieten diese Feuer entzündet, auch
landeinwärts werden alte und brennbare Dinge schon lang vorher gesammelt und in
dieser Nacht verbrannt.
Im Jahr 2008
kamen zur Freude der Polizei und Feuerwehr übrigens „nur“ etwa130.000 Menschen
an die Strände von Valencia, was zu einer deutlich entspannteren Situation
führte. Diese Menschen verursachten übrigens 50.000 volle Müllbeutel, die von
der Stadt in den frühen Morgenstunden beseitigt werden mussten, denn am
kommenden Tag lief die Badesaison gewohnt weiter.