An der Costa Verde bei Oviedo wurde die erste Kohlerfaserbrücke eröffnet
Kohle- und glasfaserverstärkten Kunststoff kennt inzwischen fast jeder. Sei es von Auto- und Motorradverkleidungen, oder aus einer Vielzahl von anderen Einsatzgebieten. Aber das Kohlefaser im Brückenbau Stahl und Beton ersetzen kann und wird, ist wohl für fast jeden neu.
Die erste in Europa gefertigte Autobahnbrücke aus tragenden Kohle- und Glasfaser-Sandwichmodulen überspannt die neue vierspurige Flughafenautobahn im nordspanischen Asturien. Der mit EU-Mitteln erfolgreich getestete Prototyp steht auf dem Weg zum Airport Oviedo an der Costa Verde mit einer Spannweite von über 46 Metern und revolutioniert weltweit den Brückenbau.
| Es handelt sich um ein Europäisches Produkt, entwickelt im italienischen Ispra, wo die neue Brücke nach endlosen Tests. das Prüfzeugnis “unbedenklich einsatzfähig” erhielt. |
 |
Die entscheidenden Vorteile der neuen Brückenvariante sind natürlich das leichte Gewicht und -etwas überraschend- die kostensparende Bauweise. Die nun erste Brücke ihrer Art wiegt gerade 200 Tonnen, was weniger als die Hälfte einer vergleichbaren Stahlbetonkonstruktion in konventioneller Bauweise ist. Weitere Vorteile sind die Korrosionsbeständigkeit und die Baugeschwindigkeit: In zwei Tagen steht die fertige Brücke. Die Kohle- und Glasfaser-Tragkonstruktion wurde an einem Arbeitstag erstellt und die Betontragschicht ohne weitere Schalkonstruktionen an einem weiteren Arbeitstag vollendet. Die Autobahn mußte für die Gesamterstellung der High-Tech-Brücke weniger als zwei Tage gesperrt werden. “In traditioneller Bauweise erfordert der Neubau einer Brücke die Sperrung der Autobahn von mehreren Wochen.
Zwar überstiegen die Baukosten derzeit noch um ein Vielfaches die traditionelle Bauweise. Aber angesichts von Tausenden von renovierungs- und erneuerungsbedürftigen Brücken in Europa sei es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Kostenfaktor neutralisiert werde. |