… aus Sicht des Maklers

entgegen der Annahme, dass alle Makler reiche Menschen sind, sollte man wissen das der Job eines Maklers harte Arbeit ist. Natürlich gibt es Ausnahmen und wie die Firmenleitung von sehr großen Unternehmen wirklich arbeitet, kann und vor allem will ich weder bei Immobilienunternehmen noch bei anderen Unternehmen beurteilen.

Der Makler mit dem der Kaufinteressent von einem Haus zum anderen läuft, bekommt im Normalfall eine Provision. Er ist Angestellter – fast immer auf einer Art Minimalbasis, womit er  (wenn er Glück hat) seine Sozialversicherung und ein minimales Grundgehalt gezahlt bekommt. Dieses übersteigt oft die 150-300 Euro/Monat Grenze nicht. Wenn er also nichts verkauft, kann er nur schwer leben. Also bitte respektieren Sie die Makler, es sind nicht alles Betrüger und während die Käufer und Verkäufer in kurzen Hosen im Hochsommer rumlaufen können, fahren die Makler in langen Hosen von einem Haus zum anderen, haben sehr oft keine Pausen, da sich alles um die Abstimmung der Termine dreht.

Die Arbeit des Maklers sieht im Allgemeinen etwa so aus. Er versucht möglichst viele Häuser, Apartments, Villen, Fincas… in seinem Bestand zu haben. In Spanien ist es nur selten üblich, dass Immobilien exklusiv an einen Makler gegeben werden. Dabei versuchen kleine Makler oft mit anderen zusammenzuarbeiten (man teilt dann die Provision). Besser für den Makler ist es allerdings, wenn er direkt mit dem Verkäufer in Kontakt steht. Bei Aufnehme des neuen Objektes sollte sich der Makler von den angegebenen Daten überzeugen (ungefähre Größe, Anzahl der Räume, Lage usw.), die Daten aufnehmen und einige Fotos machen. Dadurch, dass die Makler oft weit über hundert Objekte im Angebot haben und diese nicht exclusiv bei Ihnen liegen, ist die Arbeit nicht ganz einfach. Ein anderer Makler kann inzwischen das Objekt verkaufen, ohne das der Verkäufer alle beauftragten Makler informiert hat. Deshalb sollten Termine immer ein bis zwei Tage vorher abgesprochen werden.

Ein guter Makler wird Sie während des gesamten Kaufes begleiten. Er kann Ihnen einen Anwalt empfehlen, er sollte Ihnen die wichtigsten Anlaufstellen nennen können. Oft wird Ihnen auch bei Kontoeröffnung und Beschaffung der Steuernummer geholfen. Fragen Sie Ihren Makler einfach danach. Ein Anwalt macht das natürlich auch, aber zu wesentlich höheren Tarifen. Übrigens werden auch die Verträge, die Ihr Anwalt mit Ihnen abspricht fast immer von den Maklern “geliefert”. Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob man einen Anwalt benötigt oder nicht. Denn im Fehlerfall werden Sie den Anwalt kaum zur Verantwortung ziehen können – anderseits hat es ganz sicher auch Vorteile, dazu später.

Der Makler bekommt erst bei Unterschrift des Notarvertrages sein Geld, also wird er sich zumindest mal so lang sehr intensiv um den Käufer kümmern. Was danach kommt, ist dann wirklich die Qualität des Maklers. Ist er dem Käufer evtl. noch bei der Lösung auftretender Problemen behilflich, oder ist er nicht mehr zu sprechen. Hilft er Ihnen, wenn Sie Ihren Telefonvertrag nicht umschreiben können oder nicht, das ist natürlich auch etwas mit Glück verbunden, denn die Makler verdienen dabei nichts, maximal hinterlassen sie einen guten Eindruck. Aber zumindest sollte der Makler  dem Käufer eine Anlaufstelle geben können, die sich um einige Dinge kümmert. Erfahrungsgemäß sollte man sich speziell im Hinterland mit seinem Makler gut verständigen können (Sprache!!!) und auch pers. gut verstehen (wenn möglich), da die Abwicklung dort nicht so auf Ausländer eingestellt ist und man oft einfach Hilfe benötigt.

Die Empfehlung eines Freundes oder Bekannten, selbst einer flüchtigen Bekanntschaft aus einer Gaststätte kann manchmal mehr Wert sein, als ein teuer eingerichtetes Büro. Der Makler kann auch immer gefragt werden woher er das Haus hat. Ein guter Makler wird sowohl von Verkäufern als auch von Käufern gern weiterempfohlen.

Übrigens ist es nicht unbedingt die aller feinste Art einen Maklertermin zu ignorieren. Sicher, es kann immer etwas passieren oder dazwischen kommen, aber wenn man etwas an seinen Plänen ändert, dann teilen Sie es dem Makler so früh wie möglich mit. Er hat (wenn er ein guter Makler ist) die Termine mit den Verkäufern vorbereitet und seinen Tag auf Sie eingestellt. Keiner wird gern versetzt.